SVE INSIDE – 10 Fragen an Giuseppe Geraci

Hallo Giuseppe, erstmal: wie geht es dir? 

Mir geht es gut. Ich versuche aus den derzeitigen Umständen das Beste rauszuholen und blicke positiv auf die Zukunft.

Du hast Jahre bevor du das Spielertrikot gegen das Schiedsrichtertrikot getauscht hast, einige Spiele in unserer Jugend gespielt. Welche Erinnerungen hast du an deine Spielerkarriere?

Ich habe in der C- und B-Jugend hier in Einöd gespielt. Wir waren eine geile Truppe und ich vermisse die Zeit ein wenig.

Eine Frage von einem Mitglied: wie kam es dazu, dass du Schiedsrichter wurdest?

Schwieriges Thema… während ich noch selbst aktiv gespielt habe, war ich mit den Entscheidungen einiger unserer Spielleiter nicht ganz einverstanden, da dachte ich mir, das mach ich besser.


War es die richtige Entscheidung das Spielertrikot gegen das Schiedsrichtertrikot zu tauschen?

Die Entscheidung fiel mir sehr schwer, da ich natürlich auch sehr gerne selbst Fußball spiele. Im Nachhinein war es die absolut richtige Entscheidung, denn nur so konnte ich meinen Fokus zu 100% auf die Tätigkeit als Schiedsrichter ausrichten.

 

 

 

Wie wir mittlerweile sehen können, war es offenbar die richtige Entscheidung. Deine Aufstiege in höhere Ligen ließen kaum auf sich warten, auch noch höhere Ligen sind für dich noch machbar. Was ist dein Erfolgsrezept?

Ein genaues Erfolgsrezept kann ich nicht aufzeigen. Es hört sich vielleicht trivial an, aber ich denke, seine Leistungen, aber auch die eigene Persönlichkeit selbstkritisch zu reflektieren ist ein großer Teil des Schlüssels zum Erfolg. Zudem finde ich es wichtig, störende Nebengeräusche auszublenden, um sich fokussieren zu können. Am Wichtigsten jedoch (und das möchte ich betonen!) ist die gegenseitige Unterstützung und Demut: Man erhält immer wieder Meinungen anderer, die man sich einholen kann, sei es Lob aber auch Kritik.
Ich denke, gerade auf die Meinungen/Kritik anderer zu hören und jene eventuell auch selbstkritisch in seine künftigen Handlungen zu integrieren, ist für eine progressive Weiterentwicklung unerlässlich.

Mit 16 aktiven Schiedsrichtern sind wir in Einöd einer der Vereine mit den meisten Schiedsrichtern, darunter drei Ziffer-Schiedsrichter und mit dir drei Schiedsrichter auf DFB-Ebene. Gibt es intern einen Konkurrenzkampf oder unterstützt man sich eher?

Man unterstützt sich definitiv. Wir Einöder Schiedsrichter sollten auf unsere Leistungen, die wir ALLE in den letzten Jahren (bzw. Jahrzehnten!) erbracht haben, stolz sein, und ich denke, wir stellen eine starke Einheit dar. In zahlreichen Spielen waren wir ja auch schon als reines „Enedder Gespann“ unterwegs. Ich finde, auch darauf können wir stolz sein.

Oft bist du im SR-Gespann unterwegs. Du nutzt oft die Chance, neue und junge Schiedsrichter als Assistent mitzunehmen. Wie wichtige ist dir die Nachwuchsarbeit?

Wie ich bereits sagte, beruht der Erfolg aber auch unsere Gesellschaft auf gegenseitige Unterstützung. Als ich angefangen habe, durfte ich auch in höhere Ligen als Assistent schnuppern und gerade in diesen Spielen konnte ich enorm viel von meinen Gespannsführern lernen! Das möchte ich natürlich auch zurückgeben.

Was war dein bisheriges Highlight im Schiedsrichterbereich?

Für mich ist jedes Spiel mit meinem Gespann ein Highlight. Ein besonderes Gefühl empfinde ich bei Spielen mit mehreren hundert oder tausend Zuschauern.

 

Auch für die Schiedsrichter ruht momentan der Ball. Wie gehst Du mit dieser Situation um? Wie hältst du dich fit? Wie sieht so dein Tagesablauf aus?

Mein derzeitiges Semester findet bis auf einige unverzichtbare praxisbezogene Ausführungen ausschließlich von zu Hause statt. Mein Trainingszyklus setze ich wie gewöhnlich fort, da hat sich trotz Corona nichts verändert.

Trotz intensiven Angeboten für einen Wechsel zu einem Nachbarverein hast Du dich vor Jahren schon für einen deutlichen Verbleib bei unserem Verein entschieden. Was sind deine Gründe dafür?

Weil ich mich wohlfühle! Mich erfüllt es jedes Mal auf’s Neue mit Stolz, wenn die Stadionsprecher über die Stadionanlage die Spvgg. Einöd-Ingweiler erwähnt. Zudem empfinde ich seitens der Vereinsführung eine enorme Unterstützung & Rückenstärkung. Außerdem haben wir einige erfahrene Schiedsrichter in unseren Reihen. Der Austausch mit diesen liegt mir sehr am Herzen. Daher gibt es für mich keine Gründe auch nur ansatzweise Überlegungen über einen Vereinswechsel zu tätigen.

Vielen Dank Giuseppe, dass Du uns Rede und Antwort standest. Wir freuen uns natürlich, dass Du ein treues Mitglied unseres Vereins bist und wünschen Dir für die Zukunft viel Erfolg und viel Spaß bei deinem Hobby.

Zum Schluss noch ein kleines Entweder – Oder – Spiel mit Giuseppe: